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Logbuch 25: Das Firmenwappen der Karl-Foerster-Staudengärtnerei

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Karl Foerster verwandelte die Wappen der Kriegsfürsten in das Emblem des Friedensfürsten 1.    Quelle: Marianne Foerster schreibt folgendes zum Firmenwappen der Karl-Foerster-Staudengärtnerei. „Nach dem zweiten Weltkrieg gab es eine Anstecknadel mit dem Firmenwappen für langjährige Mitarbeiter. Damit wurden sie »Foersterianer«. Die Nadel stellte ein japanisches Familienwappen dar: drei Schmetterling um eine Mohnkapsel. Schon vor dem Krieg schmückte es die Bestellkataloge der Gärtnerei von Karl Foerster.“(Marianne Foerster. Der Garten meines Vaters. DVA 2005, S. 25) Zur Erforschung des Firmenwappens stand mir nur das Internet zur Verfügung. Es gibt eine recht umfangreiche japanische Webseite zu dem Thema „Familienzeichen“, die „Mon“s bzw. „Gamon“s genannt werden. Mon bedeutet „Symbol“ bzw. „Zeichen“, Gamon bedeutet „Familienzeichen“. In der Webseite  sind alle vorhandene Familienzeichen katalogisiert und die meisten davon abgebildet. 2. ...

Logbuch 23: Chaos und Katastrophe, Teil 1: der erste Weltkrieg

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Aufgrund der angespannten Lage in Korea geistert die Kriegsterminologie wieder herum. Zumindest ist in mir eine gewisse Unruhe nicht zu leugnen, obwohl ich nicht glaube, dass es so weit kommt. Arnold Böcklin, Der Krieg, 1896. Zürich In einer Woche wird die Gartenschau in Korea eröffnet. Die Stimmung ist selbstverständlich sehr bedrückt. Die Süd-Koreaner leben scheinbar sorglos weiter, aber jeder ist sich über den Ernst der Lage bewusst. Der Dauerzustand der inneren Unruhe hat sich fast in unseren Genen manifestiert. Man hat im Laufe der Geschichte lernen müssen, mit dem unlösbaren Problem zu leben, der Spielball der Großmächte bzw. Aggressoren zu sein. So war es schon immer, und es scheint diesmal auch nicht anders werden zu wollen. Die Süd-Koreaner vergessen sich lieber in Goldrausch oder " Kangnam-Style ", bewahren äußerlich die Ruhe, sie hilft mehr als die Hysterie.  Wir wollen über Karl Foerster reden. In meiner letzten Post habe ich aus einer Schrift F...

Logbuch 22: Friedrich Wilhelm Foerster (1869-1966)

Es überlief mich heiß und kalt, als ich den letzten Abschnitt des Aufsatzes von  Günter Wirth las, den er über Friedrich Wilhelm Foerster (F. W. F.), den älteren Bruder Karl Foersters geschrieben hat.  Genau gesagt geht es um den Anhang, in dem er eine ganze Passage aus dem Buch von F. W. F. "Die jüdische Frage (Basel; Freiburg; Wien, 1959)" zitierte. Was der Vater Wilhelm Foerster 1918 in seiner Abhandlung "Die internationale Wirksamkeit des Judentums in der Vergangenheit und in der Zukunft" begonnen hatte, setzte der Sohn in seinem o. g. Buch fort.  Auf Leben und Werk F. W. F.s will ich heute nicht näher eingehen. Ich bin noch zu sehr erschüttert von dem, was ich gelesen habe. Angesichts des neueren Vorfalls mit der Gerichtsverhandlung im Münchner Oberlandsgericht, den ich beunruhigend finde, will ich hier die o. g. Zitat in voller Länge bringen. Jeglicher Kommentar erübrigt sich; Ein bedeutsames Dokument, das F. W. F. in seinem 1959 bei Herder in...

Logbuch 21: Die Berliner Sternwarte - Akademie des Jüdischen Museums

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"Wir kamen vom Schulgange aus dem Friedrichstrassenlärm Berlins durchs große eiserne Tor des Sternwartengartens in eine vogelsangdruchhallte Gartenstille, in deren Mitte das Sternhaus stand. Die Königliche Berliner Sternwarte, von Alexander von Humboldt gegründet und von Schinkel erbaut, lag im Zentrum der Riesenstadt, am Südende der Charlottenstrasse, dem Enckeplatz, in einem fünf Morgen großen Garten."  (Karl Foerster. "Elternhaus in der Sternwarte". in: Ein Garten der Erinnerung. Ulmer 2009: S. 23) (Das links abgebildete kleine Ölbild malte um 1900 Ina Foerster, die Mutter Foersters. Sei war eine ausgezeichnete Malerin. Über diese bemerkenswerte Frau erzähle ich später.) Die Berliner Sternwarte mit einem großen Garten, in dem die fünf Geschwister der Familie Foerster je ein kleines Blumengärtchen besaßen, steht heute nicht mehr. Sie lag in der südlichen Friedrichstadt zwischen der Lindenstrasse und Friedrichstrasse. Die Kinder müssten damals, von der...

Logbuch 20: Der kleine Prinz

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Über die Kindheit Karl Foersters Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz auf dem Asteroid B 612 Wie viel Menschen können von sich behaupten, ihr Elternhaus sei die Sternwarte gewesen. Karl Foerster hatte das 'Glück', - wie er selber schrieb -, in der Sternwarte aufzuwachsen, weil sein Vater, Wilhelm Foerster (1832-1921) der Direktor der Berliner Sternwarte war, - vom 1865 bis 1904 -, 39 Jahre lang.  Ich denke zur Zeit darüber nach, was bedeuten würde, in der Sternwarte aufzuwachsen, tagtäglich Sterne zu beobachten, Geschichte über sie zu hören, und jede Nacht mit dem leisen "Rumoren gedrehter Beobachtungkuppeln" ins Bett zu gehen. In der Wohnung hingen überall die Normalzeituhren, die synchron mit der Bewegung des Himmelskörpers tickten. Die Kinder wussten es, und waren mächtig stolz darauf. Sie dachten, "unser Vater steckt mit den himmlischen Mächten unter einer Decke" .  (Karl Foerster. "Elternhaus in der Sternwarte". in: Ein...

Logbuch 19: Frühling

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Vielleicht hat Karl Foerster da oben das Amt des Heiligen Petrus übernommen. Und er schickt uns als seine erste feierliche Amtshandlung den geliebten Winter, um uns zu zeig en, dass der Winter der eigentliche Anfang der Jahreszeiten ist. Ohne zu wissen, dass uns sein Vorgänger schon mit dem Winter beschert hat. Vielleicht ist bei der Amtsübergabe etwas durcheinander gekommen. Vielleicht muss er noch ein wenig üben.  Lieber Karl, schick uns endlich den Frühling. Wir hatten gestern schon den Frühlingsanfang! Du hast selber geschrieben; "Ein doppelt so langes Vorspiel wie früher leitet den immer festlicheren Blumenreigen des neuen Gartens ein. Wenig Menschen wissen in Deutschland, dass schon in der Schneeglöckchenzeit 40 bis 50 Blütenstauden und Blütensträucher bunte Farben in den winterlichen Garten tragen und uns einen ganzen Gartenblumenmonat mehr hinzu bringen können, als unsere Eltern kannten. In wessen Garten blühen schon trotz der Februarkälte gelbe Adonissterne aus dem ...

Logbuch 18: Jupiter und Mondsichel

Es ist sehr kalt. Der zweite Winter verwirrt unsere Sinne, die aus langjähhriger Erfahrung auf Frühling eingestellt sind.  Gestern herrschte den ganzen Tag über die klare kalte Luft der herrliche Sonnenschein. Wir kamen gerade aus einem ergiebigen Spaziergang heim, es war Abenddämmerung. Durch den Lichtsstrahl angezogen blickte ich auf. Der Himmel war von solchem intensiven Blau, an der Spitze des Kirchturms begegneten sich gerade die Mondsichel und der Jupiter (glaubte ich jedenfalls). Dieses tiefe Blau des Himmels erinnerte mich an den Rittersporn 'Finsteraarhorn'. Welch ein genialer Einfall, die se Blume ' Finsteraarhorn ' zu nennen. Karl Foerster hat mein Sehen deutlich verändert, ja sensibilisiert. Er scheint  viel mehr gesehen und gefühlt zu haben als die meisten Menschen. Dies bezeugen u. a. seine  Familienmitglieder und engste Mitarbeiter.  Als 1934 das Buch "Garten als Zauberschlüssel"  von Rowohlt  herauskam, schreibt Hans Fallada ...

Logbuch 17: Die feierlichste Frühlingsblume

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Eine Freundin hat mir mal gesagt, man müsse immer einen Schnaps dazu trinken, wenn man die süßen Worte Foersters recht verdauen will. So geht es mir heute den ganzen Vormittag. Eine so lange Vorede! Spricht da Homer, Ovid oder Vergil? Möglicherweise alle drei zusammen? Nach der anderthalbseitigen Vorrede erfährt man endlich, worum es geht. Um die Schwertlilie ! "Die feierlichste Frühlingsblume" hat er sie getauft.  Das ist wohl wahr. Aber eine ganze Seite und noch eine halbe dazu nur für die Einleitung!? Und die ganze Zeit geht es immerfort  in dieser Tonart: "Und um die neuen Vollkommenheiten schwebt oft ein Hauch gesteigerter und vergeistigter Düfte von einer feierlichen Zartheit und Hoheit, welcher den Aufstieg der Erscheinungen in ein Neuland besiegelt." (Die feierlichste Frühlingsblume S. 347) Für meinen Übersetzer-Begriff sind es zu viele schöne Begriffe in einem halben Satz. Wenn ich ihn durch die koreanischen  Pendants ersetze, - wortwö...

Logbuch 15: Ich wünschte, ich verlöre jeden Tag etwas

Heute geht es um die " Vers ö hnungs-Hemmungen " , einen schöne n Aufsatz aus dem Jahr 1937. (S. 295ff) Ich horchte ganz gebannt auf die weisen Worte des Meisters. Plötzlich hörte ich, dass Goethe wieder zu Wort gekommen ist, und musste auf seine Worte auflachen.  Foerster zitierte; "Und wäre dir gleich was verloren, mußt immer tun wie neugeboren." Wie wahr!  Ich wünschte, ich verlöre jeden Tag etwas.

Logbuch 14: Vater wünscht Tochter die Flügel des Albatros

Deshalb! mache ich weiter. Trotz der Langeweile, die sich bei der Übersetzung unvermeidlich einschleicht,  mache ich weiter, um solche Worte und Gedanken auskosten zu können. 1947 wurde Marianne, die Tochter von Karl Foerster konfirmiert.  Der Vater schreibt folgende Worte, die ich  mit Euch sehr gern teilen möchte; "Christus ist der größte Ermutiger unseres Gottesglaubens, - und dieser hängt mit unserem Lebensglück aufs engste zusammen. Unser Glück ist eine Zwiesprache der Seele mit ihrem Urquell. .... Christus redet das Vornehmste in der Seele an. Keine andere Anrede ist ihr vergleichbar. - Er redet auch den Alltag an. Der Alltag mit seinen angeblich kleinen Dingen ist das Wichtigste im Leben. Diese kleinen Dinge sind erfüllt von Größe. - Das Christentum, von innen her erlebt, ist eines der stärksten Mittel, des herrlich-schrecklichen Geheimnis' "Leben" inne zu werden. - Und je älter man wird, desto neuer wird uns alles, - desto weniger selbstverständlich. D...

Logbuch 13: Der Name des Xavers

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Am 23. November 1927 schreibt Karl Foerster aus Budapest an seine Frau. Ich stolpere wieder an einem Satz. Er  schreibt, "Morgens wachte ich in erzkatholischem Lande auf vor herrlichen Waldbergen, fremden Fluss und bunten Kirchen. Der Vorname Xaver tauchte beruhigend und südlich auf. " (S.242) Obwohl man eine dunkle Ahnung hat, soll man lieber sicher gehen. So recherchiere ich ein Wenig über diesen Vornamen. In Wikipedia finde ich dann folgendes: "Der Vorname Xaver spaltete sich im Laufe der Zeit als eigenständiger Vorname aus dem Familiennamen des als Heiligem verehrten Franz Xaver ab. Dieser hatte seinen Familiennamen von der Burg Javier in der spanischen Provinz Navarra. Der Name dieses Schlosses und der dazugehörigen Gemeinde ist baskischen Ursprungs (aus bask. etxe ‚Haus‘ und berri ‚neu‘; also ‚Neuhaus‘). Im 16. Jahrhundert wurde dieser Name noch Xavier geschrieben, aber [ʃa'βjɛr], später [χa'βjɛr] ausgesprochen. Diese ältere Schreibung des Namens mi...

Logbuch 12: Reise nach Prohonice

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Bevor ich mit der Übersetzung anfing, trat Karl Foerster in meiner Vorstellung stets als ein ehrwürdiger alter Herr im weißen Anzug in Erscheinung. Die Lektüre seiner Kindheitserinnerungen hatten nichts daran geändert. Ich konnte wahrscheinlich nicht mit ihm zusammen in seine Kindheit eintauchen. Dies änderte sich erst, als ich mich intensiv mit dem viel besagten "Pan und Psyche" auseinandersetzte. Er war damals 32 Jahre alt. Also, der, der damals auf den Feldern Blitz und Donner herbei gerufen hat, muss ein junger Merlin gewesen sein. Irgendwann fing ich tatsächlich an, ihn mir als den jungen Gärtner vorzustellen. Die Worte und Gedanken eines 30 Jährigen werden sich von denen eines 50 Jährigen wohl unterscheiden. Es geht also nicht nur um die verschiedene Begriffsauffassung zwischen Deutsch und Koreanisch. Ich mache mir das Leben  noch schwerer. Ich gehe also zurück, und versuchte die einzelnen Schriften vor dem Hintergrund der jeweiligen Situation zu betrachten. Er sch...

Logbuch 11: "Die blaue Stunde"

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Druckversion/PDF  Ich stehe mit einer Freundin in Seoul an einer roten Ampel. Wir warten. Da zupft mir die Freundin, Dichterin und Professorin der koreanischen Literatur, an meinem Ärmel und sagt, "Komm, wir haben blau. Lass uns überqueren." Nein, das war kein Versprechen. Die grüne Ampel in Korea ist auch grün wie sonst überall auf der Welt. Koreaner sagen halt blau dazu, angefangen vom Verkehrsminister bis kleinste Grundschulkinder. Die Lehrer sagen seelenruhig zu den Kindern, "Ihr lieben Kinder, ihr müsst immer brav bei blau über die Strasse gehen, verstanden?". Die Kinder sagen, "Ja, Frau Leherin, Ja, Herr Lehrer. Wir haben verstanden." Ob es eine grün-blau Farbblindheit gibt, und alle Koreaner davon befallen sind? So ist es nicht. Bei anderen Gegenständen wird die Farbe korrekt unterschieden. Keiner nennt ein grünes Auto blau. Bei Natur- und Landschaftsbeschreibung einschließlich Lichterscheinungen aber gehen blau und grün ineinander über. Lan...

Logbuch 10: Wintergezeiten oder Lies Goethe!

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Druckversion/PDF  So schreibt mir ein Freund aus der tiefsten bayerischen Provinz. Nein, natürlich hat er nicht geschrieben, ich möge Goethe lesen. Er schickte mir nur ein Link zu dem Gedicht "Vier Jahreszeiten" von Goethe , und zum Trost Fotos von Sperber mit, die er dicht vor dem Küchenfenster hat. Welch ein Luxus!   Ich hatte mich in den letzten Tagen versteckt. Vor Goethe. Nein. Mit ihm. Ich hatte ihn überall mit. In der U-Bahn, S-Bahn und in der Badewanne. Gedichte in einer fremden Sprache muss man laut lesen. Und das kann ich am besten in der Badewanne. Es ist so ein Trick, den ich mir vor zwei Jahren angewöhnt habe. Damals musste ich Minnesänger lesen, auch den guten Chaucer . Am Anfang hatte ich natürlich Schwierigkeiten, denen zu folgen. Eines Tages sah ich mir den Film "Ritter aus Leidenschaft" an, - damals habe ich mir alle Ritter- und Mittelalter-Filme angesehen, die ich auftreiben konnte. Der Film hat mir sehr gut gefallen. Vor allem. G...